Altersarmut ist ein Frauenproblem

Petra Schuh-WendlBy Petra Schuh-Wendl 1 Monat ago

Die Zeiten ändern sich. Früher mussten wir uns um unsere Pension keine Gedanken machen: Wenn man als Erwerbstätiger in die Pension einzahlte, bekam man im Ruhestand auch genügend ausbezahlt. Heute ist klar: Diese Rechnung geht sich nicht aus. Die Erwerbstätigen werden weniger (derzeit kommen auf eine Frau in Österreich 1,44 Kinder) und die Menschen immer älter. Wir Frauen sind von dieser Problematik besonders betroffen: Die Altersarmut trifft uns ab einem Alter von 65 Jahren drei Mal öfter als Männer!

Armutsgefährdete Frauen über 65.*
Armutsgefährdete Männer über 65*

*“Die Presse“ 04.02.2014

Aber warum ist das so? Und was können wir dagegen tun?

Warum sind gerade Frauen von Altersarmut betroffen?

Frauen verdienen nach wie vor weniger und arbeiten oft Teilzeit, so lange die Kinder klein sind. Teilzeit bedeutet einen großen Einschnitt. Warum? Jeder Versicherte hat ein Pensionskonto. Jährlich wird eine Gutschrift in der Höhe von 1,78% auf dieses Konto gutgeschrieben, dies bedeutet: Je geringer das Einkommen, umso geringer die Gutschrift. Die Summe der jährlichen Teilgutschriften ergibt eine Gesamtgutschrift, eine Jahresbruttopension. Jederzeit kann vom Sozialversicherungsträger ein aktueller Auszug angefordert werden. Da nun nicht mehr – so wie früher – die besten 15 Jahre herangezogen werden, sondern das Lebenseinkommen als Basis zur Pensionsberechnung dient, bedeutet dies für uns Frauen einen massiven Einschnitt in der Pensionshöhe. Ein Grund hierfür sind vorwiegend die Zeiten der Teilzeitarbeit kombiniert mit dem langen Durchrechnungszeitraum; hingegen wird bei den Karenzzeiten ein Pauschalsatz für die Teilgutschrift herangezogen und darum fallen diese nicht so ins Gewicht. Deshalb liegen die Pensionen der Frauen im Schnitt ein Viertel unter den Männerpensionen.

Die Lösung: Verantwortung übernehmen und sparen

Wir können nun reich heiraten, erben oder im Lotto gewinnen. Da diese Szenarien allerdings nur für die wenigsten gelten, kann ich nur die klare Empfehlung abgeben: sparen. Unser Pensionssystem wird sicher noch öfter bis zu unserem Pensionsantritt geändert. Was wir mit 65 erwarten können, ist daher offen. Deshalb müssen wir Frauen die Verantwortung für uns selbst übernehmen und für uns im Alter sparen. Auch ich kann mir spannendere Sparziele vorstellen, doch die Aussicht darauf, im Alter den Lebensstandard senken zu müssen, ist eine noch weniger attraktive Alternative.

Ich halte es außerdem für wichtig, während Karenzzeiten das Sparziel „Pension“ nicht zu unterbrechen. In dieser Phase ist für viele alles rosarot und wir verlassen uns gerne auf den Partner, der die Finanzen übernimmt. Niemand denkt gerne daran, dass es auch anders kommen kann – trotz hoher Scheidungsraten und des Modells des Lebensabschnittspartners. Das ist unromantisch, aber leider die Realität!

Holen Sie sich Ihren aktuellen Pensionskontoauszug und ich zeige Ihnen in einem persönlichen Gespräch Ihre aktuelle Pensionslücke.

Für das „richtige“ Sparen gibt es kein Rezept, doch in einem Beratungsgespräch finden wir die individuelle Lösung. Bei dieser Thematik heißt es mehr denn je: Ladies first!

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  Finanzen, Finanzplanung, Geld, Ladies First!, Pension
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Das Thema Geld hat mich immer schon fasziniert. Ich habe Betriebswirtschaft studiert und in der Privatwirtschaft gearbeitet, bevor ich 2007 als Trainee bei einer Bank anfing. Da wusste ich: Das ist meine Branche. Seitdem bin ich Beraterin. Nach dem Abschluss meiner Ausbildung zum Geld- und Wertcoach kam das Coaching dazu. Nun biete ich beides an: Finanzberatung und Coaching. Warum „Ladies first“? Frauen verdienen weniger als Männer, viele tendieren dazu, sich zu unterschätzen und wenige haben Freude daran, sich mit dem Thema Geld auseinandersetzen – diese Erfahrungen habe ich sehr oft gemacht. Das soll sich ändern. Auf meinem Blog www.esgehtumsgeld.at finden Sie Tipps und Informationen, um ein gutes Verhältnis zu ihren Finanzen zu entwickeln. Petra Schuh-Wendl ist verheiratet und hat eine Tochter.