Sie haben Interesse in ein Bauherrenmodell zu investieren? Nun fragen Sie sich, welche Arten von Bauherren-Modellen es gibt? Welches Modell ist überhaupt für Sie geeignet? Wir klären Sie gerne auf.

Grundsätzlich wird zwischen klassischen Bauherrenmodellen und jenen mit Wohnungszuweisung unterschieden. Bei Ersterem wird ein Anteil an einem gesamten Bauprojektes erworben, bei Zweiterem investieren Sie in eine ausgewählte Wohnung. Beim klassischen Bauherrenmodell unterscheidet man zusätzlich zwischen dem kleinen und dem großen Bauherrenmodell.

Das Große Bauherrenmodell

Beim “Großen Bauherrenmodell” steigen Sie als Investor schon in der Entwicklungsphase des Projektes ein. Sie werden über eine Projektentwicklungs- bzw. Errichtungsgesellschaft beteiligt. In der Regel wird hierfür eine GmbH & Co. KG gegründet, bei welcher der Bauherr/Investor dann als Kommanditist an der Gesellschaft partizipiert. Daneben müssen Sie sich als Geldgeber auch aktiv in das Projekt und die erfolgreiche Abwicklung desselben einbringen. Dies erfordert auf jeden Fall eine gewisse Expertise im Bereich Immobilien, Bauvorhaben und/oder Investments.

Bei dieser Form des Bauherrenmodells tragen Sie ein bedeutend höheres Risiko. Beispielsweise kann schon bei der Bewilligung einiges schief gehen und das geplante Projekt gar nie in die Bauphase gelangen. Wodurch Sie um Ihr bereits getätigtes Investment fallen würden. Auch später in der Ausführungsphase können mögliche Bauverzögerungen oder erhöhte Baukosten für finanzielle Mehraufwendungen sorgen. Allerdings bietet Ihnen dieses Bauherrenmodell auch das größte Ertragspotential. Denn Sie haben eine höhere Rendite-Erwartung und können die vollen steuerlichen Vorteile des Bauherrenmodells nutzen.

Das Kleine Bauherrenmodell

Beim “Kleinen Bauherrenmodell” steigen Sie als Investor in ein mehr oder weniger fertig entwickeltes und schon genehmigtes Projekt ein. Sie fungieren als Geldgeber und erhalten daraufhin Anteile am Bauvorhaben. Nach Abschluss der Bauphase sind Sie über den Mietenpool anteilig an den generierten Miet-Einnahmen beteiligt. Da bei diesem Modell die Planungs- und Bewilligungsphase schon erfolgreich absolviert wurde, ist das wirtschaftliche Risiko für Anleger um einiges geringer als beim großen Modell. Es sind bei diesem Modell keine relevanten Erfahrungen im Bereich Immobilien-Investments notwendig. Auch wenn diese keineswegs schaden.

Gemeinsam mit anderen Investoren tragen Sie aber unter anderem das Risiko für etwaige Kosten- oder Zeitüberschreitungen beim Bau oder später auch für Leerstände oder Mängel der Wohnungen. Sie können im Gegensatz zum großen Modell nicht die ganze Palette der steuerlichen Vorteile nützen. Die Rendite-Erwartung liegt beim kleinen Bauherrenmodell bei ca. 2-3%. Dies variiert je nach Art der steuerlichen Ausgestaltung und des Projektes.

Das Bauherrenmodell mit Wohnungszuweisung (Bauherrenmodell Plus)

Dieses Modell wird auch Bauherrenmodell plus genannt. Dabei werden gewissermaßen die Vorteile einer Vorsorgewohnung mit jenen eines klassischen Bauherrenmodells verknüpft. Beim Bauherrenmodell plus investieren Sie nicht in ein ganzes Bauprojekt, sondern in eine ausgewählte Wohnung. Im Gegensatz zu den klassischen Bauherrenmodellen ist eine Eigennutzung hier allerdings möglich.

Grundvoraussetzung dafür ist, dass nach spätestens 25 Jahren ein steuerlicher Totalgewinn generiert wurde. Sprich über einen Zeitraum von 25 Jahren müssen Ihre Einnahmen aus dem Investment höher sein als Ihre getätigten Ausgaben. Dieser “Totalgewinn” ist dem Finanzamt anschließend auch nachzuweisen. Wenn kein Gewinn generiert wurde, könnte Ihr Investment in den Bereich der “Liebhaberei” fallen, was eine Rückzahlung der Steuervorteile und der Abschreibungen zur Folge haben könnte. Nicht bei allen Bauherrenmodellen plus ist ein Mietenpool erhalten. Ohne diesen ist das finanzielle Risiko aufgrund von etwaigen Mietausfällen oder Leerständen höher.

Arten von Bauherrenmodellen: Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Wir haben die 3 Arten von Bauherrenmodellen nochmals im Kurz-Überblick für Sie zusammengefasst:

Großes Bauherrenmodell

  • Hohes Risiko – hoher Ertrag
  • Keine Wohnungsnutzung möglich
  • Expertise im Bereich Immobilien-Investments erforderlich
  • Einstieg schon in Entwicklungsphase des Projektes
  • Bauvorhaben muss noch fertig geplant und bewilligt werden
  • Aktiver Einfluss auf Projektabwicklung notwendig
  • Investment in ein gesamtes Bauprojekt
  • Volle Nutzung der steuerlichen Vorteile möglich
  • Einnahmen über Mietenpool

Kleines Bauherrenmodell

  • Geringeres Risiko – geringerer Ertrag
  • Keine Wohnungsnutzung möglich
  • Keine Expertise erforderlich
  • Einstieg nach der Entwicklungsphase und vor der Bauphase
  • Projekt ist schon bewilligt und fertig geplant
  • Kein aktiver Einfluss auf Projektabwicklung notwendig
  • Investment in ein gesamtes Bauprojekt
  • Keine volle Nutzung der steuerlichen Vorteile möglich
  • Einnahmen über Mietenpool

Bauherrenmodell plus

  • Geringeres Risiko – geringerer Ertrag
  • Keine Expertise erforderlich
  • Wohnungsnutzung möglich
  • Einstieg nach der Entwicklungsphase und vor der Bauphase
  • Projekt ist schon bewilligt und fertig geplant
  • Investment in eine ausgewählte Wohnung
  • Keine volle Nutzung der steuerlichen Vorteile möglich
  • Mietenpool nicht immer zwingend vorhanden

Fazit: Zukunfts-Planung und Risikobereitschaft sind wichtig bei der Auswahl des geeigneten Modells

Welches der drei Bauherrenmodelle das richtige für Sie ist, hängt von Ihrer Zukunftsplanung, Ihrer Erfahrung im Bereich Bau-Investments, aber vor allem auch von Ihrer Risikobereitschaft ab. Das Große Bauherrenmodell bedarf Expertise im Bereich Investment, liefert den höchsten Ertrag, ist aber gleichzeitig auch mit dem höchsten Risiko behaftet.

Das kleine Bauherrenmodell wiederum ist weniger riskant, benötigt kein Vorwissen, bringt Ihnen aber auch etwas weniger Rendite. Und das Bauherrenmodell mit Wohnungszuweisung ist möglicherweise für jene interessant, die darüber nachdenken, die entsprechende Wohnung auch selbst einmal zu nützen oder vielleicht dem Nachwuchs zu überlassen. Bei allen handelt es sich aber um eine langfristige Anlageform, die nicht auf rasche Gewinnausschüttung ausgelegt ist.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob das Bauherrenmodell die richtige Anlageform für Sie ist,  werfen Sie doch einen kurzen Blick auf unseren Blogbeitrag: 5 Gründe, warum Sie in ein Bauherrenmodell investieren sollten.

Sie haben noch Fragen zu den unterschiedlichen Arten von Bauherrenmodellen? Oder Sie benötigen schon Hilfe bei der Auswahl der passenden Immobilie oder des geeigneten Anbieters? Wir helfen Ihnen darüber hinaus auch gerne bei der Abwicklung. Vereinbaren Sie einfach einen Termin für ein unverbindliches Beratungsgespräch mit einem unserer Experten.

Sie erreichen uns entweder via Telefon (01 53419-90), E-Mail (website@finum.at) oder bequem und praktisch mit dem folgendem Kontaktformular (klicken Sie hier!).

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