Sie wissen, was ein Bauherrenmodell ist?  Kennen Sie auch die verschiedenen Varianten? Wussten Sie, dass es ein “Kleines Bauherrenmodell” und ein “Großes Bauherrenmodell” gibt? Nein?

Was der Unterschied zwischen großem und kleinem Bauherrenmodell ist und welches Modell die bessere Investition ist, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

(Wenn Sie noch nicht wissen, was ein Bauherrenmodell ist, empfehlen wir Ihnen als Einstieg folgenden Beitrag zu lesen: Bauherrenmodell: Vorteile und Nachteile – Experte klärt auf)

Kleines Bauherrenmodell:

Beim kleinen Bauherrenmodell erwerben Sie Anteile an einem geplanten Projekt, das aber vor Baubeginn steht.

Da bei diesem Modell vor Ihrer Investition die wichtigsten Punkte bereits fixiert sind, verringert sich das wirtschaftliche und finanziellen Risiko. Zudem geben manche Anbieter eine Baukostengarantie. Diese Absicherungsmöglichkeit gibt es beim großen Bauherrenmodell nicht. Risiken, die auch beim kleinen Bauherrenmodell bestehen bleiben:

  • Baugrundrisiko: Bei Inanspruchnahme des Baugrundes kommt es unvorhersehbaren Erschwernissen (z.B.: Bauschäden o.ä.)
  • behördliche Auflagen / Änderung der Gesetzeslage
  • Risiko, dass das Bauvorhaben nicht fristgerecht fertig gestellt wird.

Der große Unterschied zwischen großem und kleinem Bauherrenmodell? Sie können beim kleinen Bauherrenmodell nicht von den vollen Steuereffekten profitieren. Sie zahlen die Grunderwerbssteuer der Gesamtinvestition! Die Werbungs-/Nebenkosten sind nur zum Teil abschreibbar.

Das kleine Bauherrenmodell eignet sich für Anleger, die nicht das volle Risiko beim Investment eingehen möchten, aber von der verkürzten steuerlichen Abschreibung und der zusätzlichen Einkommensquelle profitieren möchten. Voraussetzungen sind ein hohes Jahreseinkommen (60.000 € +) und die Möglichkeit mehrere Tausend Euro über mehrere Jahre entbehren zu können.

Großes Bauherrenmodell:

Beim großen Bauherrenmodell investieren Sie in ein Projekt, das sich erst in der Entwicklungsphase befindet. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass Sie an der Projektentwicklungs- bzw. Errichtungsgesellschaft beteiligt sind.

Das große Bauherrenmodell wird in der Regel als GmbH & Co KG gegründet. Sie als “großer” Bauherr beteiligen sich als Kommanditist an der Gesellschaft. Als solcher bringen Sie Eigenmittel ein und müssen einen vereinbarten Beitrag zur Entschuldung des Immobilienprojekts leisten. Es dürfen nur 5 große Bauherren an einem Projekt beteiligt sein.

Entscheiden Sie sich in ein großes Bauherrenmodell zu investieren, müssen Sie einen wichtigen Punkt beachten: Sie tragen das volle finanzielle Baurisiko. Das bedeutet, dass Sie als Teil der Gesellschaft das volle technische und wirtschaftliche Risiko der Bauausführung tragen. Dazu gehört:

  • das Risiko, das die veranschlagten Baukosten höher ausfallen als erwartet
  • das Risiko, das es zu einer Verzögerung des Bauvorhabens kommt
  • das Risiko, das eine Baubewilligung nicht erteilt wird
  • das Risiko eines generellen Projektuntergangs

Zudem müssen Sie sich beim großen Bauherrenmodell aktiv um die Abwicklung des Projekts kümmern. Sie haben einen wesentlichen Einfluss auf die bauliche Gesamtkonstruktion des Gebäudes, müssen an Bauherrenversammlungen teilnehmen, etc.

Gehen Sie dieses Risiko und den hohen Arbeitsaufwand ein, können Sie die vollen steuerlichen Effekte aus dem großen Bauherrenmodell ziehen. Sie zahlen die Grunderwerbssteuer nicht von der Gesamtinvestition, sondern nur von der erworbenen Immobilie. Werbungskosten sind sofort abschreibbar.

Das große Bauherrenmodell ist nicht für jedermann geeignet. Eines muss Ihnen nämlich bewusst sein: Sie haben keine finanzielle Absicherung. Geht das Projekt unter, stehen Sie vor einem finanziellen Desaster. Daher sollten nur solche Investoren in dieses Modell investieren, die Erfahrungen mit Immobilieninvestments haben und die nötige Expertise besitzen.

Fazit: Großes Bauherrenmodell ist zwar steuerlich etwas attraktiver, birgt aber extremes wirtschaftliches und finanzielles Risiko

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Beitrag einen groben Überblick über den Unterschied zwischen großem und kleinem Bauherrenmodell geben konnten.

Wer Interesse hat, in ein großes oder kleines Bauherrenmodell zu investieren, darf sich nicht nur von den steuerlichen Vorteilen ködern lassen, sondern sollte auch die Risiken kennen. Hierfür haben wir einen eigenen Blogbeitrag verfasst: Bauherrenmodell: Diese 3 Risiken müssen Sie kennen (erscheint bis 30.06.22)

Wer die Risiken außer Acht lässt, riskiert ein finanzielles Desaster. Dann haben Sie auch nichts von den steuerlichen Vorteilen und Erträgen!

Lassen Sie sich vorab von einem Spezialisten in diesem Fachgebiet beraten. Sie analysieren gemeinsam Ihre finanzielle und individuelle Situation und Sie erhalten eine Einschätzung, welche Variante besser zu Ihnen passt: Kleines oder großes Bauherrenmodell.

Sie möchten mit einem FiNUM Berater unverbindlich und kostenlos über die Möglichkeit sprechen, in ein Bauherrenmodell zu investieren? Dann kontaktieren Sie uns! Sie erreichen uns via Telefon (01 53419-90), via E-Mail (website@finum.at) und via Kontaktformular (klicken Sie hier!).

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