Geld anlegen in Zeiten der politischen Unsicherheit

Michael ScherlingBy Michael Scherling 1 Monat ago

Immer wieder höre ich Aussagen von Anlegern wie “Ich warte mit der Geldanlage noch auf den Ausgang des Brexit“.

Muss man politische Entwicklungen in der Geldanlage wirklich berücksichtigen?
Sprechen wir persönlich darüber

Wichtig zu unterscheiden

Großereignisse wie ein Korea-Atomkrieg

Solche Entwicklungen sind wie ein Meteoriteneinschlag zu werten – sie können jederzeit passieren und sind kaum prognostizierbar. Eine Berücksichtigung in der Geldanlage ist sinnlos. Man dürfte sonst niemals Geld anlegen.

Wahlen, Handelskrieg, Brexit etc.

Wir Menschen mögen Unsicherheit nicht – deshalb sinken vor diversen Ereignissen fast immer die Wertpapierkurse. Tritt das Ereignis ein, passiert meistens nicht mehr viel – dann haben wir ja mehr Sicherheit (selbst wenn der Ausgang negativ ist). Der Ausblick in die Zukunft ist wieder einfacher und die Unsicherheit geringer.

Umbrüche

Jedenfalls aktiv werden muss man, wenn es zu Umbrüchen im politischen System kommt. Bestes Beispiel ist Venezuela: bald nach der Machtübernahme des sozialistischen Diktators Hugo Chavez war absehbar, dass das Land ruiniert würde. Die Gefahr eines Totalverlustes bei den dortigen Staatsanleihen und Aktien war ab diesem Zeitpunkt zu groß. Schwieriger ist eine schleichende Entwicklung wie in der Türkei zu beurteilen. Im Zweifelsfall sollte man Anlagen in solchen Ländern meiden.

Die häufigsten Ereignisse fallen aber unter Punkt 2. Weil wir von den Medien ständig damit konfrontiert werden, widmen wir ihnen viel zu viel Aufmerksamkeit und vergessen Folgendes: In Zeiten des Nullzinses ist Geldanlage erst ab 4 bis 5 Jahren Anlagehorizont sinnvoll. In dieser Zeit können sich alle Beteiligten anpassen.

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Bestes Beispiel

Ein harter Brexit kann kurzfristig die britische (und wohl auch die deutsche und französische) Wirtschaft in eine Rezession stürzen und die Wertpapierkurse sinken lassen. 5 Jahre später ist das aber kein Thema mehr, weil sich die Unternehmen neu ausgerichtet haben und neue Regelungen zwischen den Staaten entstanden sind. Anlagetechnisch handelt es sich also um ein irrelevantes Ereignis.

Fazit

Politische Börsen haben kurze Beine. Längerfristiges Denken ist bei der Geldanlage viel entscheidender als politische Ereignisse.

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  Finanzen, Investment
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Schon beim Lesen meines ersten Ökonomie-Buchs vor über 30 Jahren war mir klar, dass ich Volkswirtschaft studieren würde. Diese Wahl hat sich für meinen Beruf als perfekt herausgestellt: Speziell während und auch nach Finanzkrisen ist es enorm wichtig, die Zusammenhänge zu verstehen, um richtige Empfehlungen geben zu können. Das Wissen über Immobilienmärkte, Zinsen, Inflation, Währungen, Krisen etc. hilft mir in der täglichen Beratung meiner Kunden sehr.