Sie wollen ein Haus kaufen. Auf verschiedenen Plattformen im Internet machen Sie sich auf die Suche nach der passenden Immobilie. Vom kleinen Häuschen um 400.000 € bis zur edlen Villa um 1,8 Millionen – die Auswahl ist groß.

Während der Suche beschleicht Sie der Gedanke: “Wie viel Kredit bekomme ich eigentlich bei der Bank? Welcher Kaufpreis ist möglich?” Sie verfügen über ein gutes Einkommen. Denken Sie zumindest. Vielleicht sieht es die Bank anders. Reicht es um einen Hauskredit für ein Haus um 1,5 Millionen zu beantragen? Oder müssen Sie sich mit weniger zufrieden geben?

“Wie viel Kredit bekomme ich?” Finanzberater werden fast täglich mit dieser Frage konfrontiert. Daher haben wir für Sie einen Blogbeitrag verfasst, in dem wir Ihnen erklären, welche Faktoren beeinflussen, wie viel Kredit Sie bekommen.

2 Faktoren, die Ihre Kreditsumme bestimmen

Faktor #1: Die Höhe Ihres frei verfügbaren Einkommens

Ihr frei verfügbares Einkommen bestimmt die monatliche Kreditrate. Mit einer einfachen Haushaltsrechnung können Sie berechnen, welche Rate Sie sich leisten können und welcher Kreditrahmen in Betracht kommt. Sie müssen hierfür Ihre Einnahmen Ihren Ausgaben gegenüberstellen.

Schritt 1: Einnahmen berechnen

Zu Ihren Einnahmen zählen:

  • Nettolohn/-gehalt* (= Ihr Gehalt nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen)
  • wenn vorhanden: Mieteinnahmen
  • wenn vorhanden: Familien- und Kinderbeihilfen

* Vorsicht bei variablem Entgelt, das nur bei Erfüllung von bestimmten Voraussetzungen ausbezahlt wird (z.B.: Provision). Für die Bank zählt das variable Entgelt nicht zu Ihrem Nettolohn/-gehalt.

Schritt 2: Ausgaben berechnen

Eine genaue Aufstellung der Ausgaben ist erforderlich. Listen Sie alle Ihre Fixkosten auf (Auto, Telefon, Internet o.ä.). Nehmen Sie die Kontoauszüge der letzten 3 Monate und kategorisieren Sie Ihre Ausgaben. So können Sie auch Ihre variablen Ausgaben (Konsum, Freizeit, Kleidung, Hobbies und Urlaube) einschätzen.

Schritt 3: frei verfügbares Einkommen

Die Differenz Ihrer Einnahmen und Ausgaben ist Ihr frei verfügbares Einkommen. Es gilt als Faustregel: Nicht mehr als 40 % des frei verfügbaren Einkommens sollten für eine Immobilienfinanzierung aufgewendet werden.

Beispiel: Herr X möchte einen Kredit beantragen.

Monatlich frei verfügbares Einkommen: 2000 €
maximale monatliche Rate (40% des freiverfügbaren Einkommens): 800€

Faktor #2: Vorhandenes Eigenkapital

Zum Eigenkapital zählen alle verfügbaren Vermögenwerte des potenziellen Kreditnehmers. Dazu zählen:

  • Ersparnisse (Sparbücher, Girokonto, Bargeld)
  • Depots (z.B.: durch Verkauf von Fonds oder Aktien)
  • Gold (in Form von Münzen und Barren)
  • Abtretung einer Lebensversicherung an die Bank

Achtung: Vermögen ist nicht gleich Eigenkapital. Was Sie beim Eigenkapital beachten müssen, haben wir für Sie in einem eigenen Blogbeitrag festgehalten: Eigenkapital beim Kredit: Wie viel brauchen Sie? Was zählt dazu?

Wichtiger Hinweis für diejenigen, die 2022 eine Immobilienfinanzierung abschließen möchten: Ab Mitte 2022 müssen mind. 20% der Kreditsumme mit Eigenmitteln finanziert werden.

Wer einen exakten Überblick über seine Eigenmittel hat, kann sich seine Kreditsumme berechnen. Das möchten wir Ihnen an einem Beispiel veranschaulichen:

Herr X möchte einen Kredit beantragen. Sein Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:

Sparbuch: 50.000 €
Girokonto: 15.000 €
Verkauf von Aktien iHv. 75.000 €
= Eigenkapital gesamt: 140.000€

Wenn er sein gesamtes Eigenkapital einbringt, beträgt Ihre maximale Kreditsumme somit 700.000 € (140.000 € sind die nötigen 20% Eigenmittel)

Achtung bei der Kreditsumme: Um die Gesamtkosten Ihrer Finanzierung zu berechnen, müssen Sie auch die Nebenkosten miteinkalkulieren. Diese betragen rund 15% der Kreditsumme. Wie sich die Nebenkosten zusammensetzen, lesen im folgenden Beitrag: Vorsicht bei der Immobilienfinanzierung: Diese Nebenkosten kommen auf Sie zu

Wie viel Kredit bekomme ich? Selbstberechnung birgt Fehler

Zweifelsohne macht es Sinn, wenn Sie Ihre Kreditsumme und Ihre monatliche Kreditrate vorab selbst berechnen. So können Sie einschätzen, was Sie sich in etwas leisten können. Das hilft bei der Suche nach der passenden Immobilie. Wir empfehlen Ihnen einen Experten zu Rate zu ziehen. Aus einem einfachen Grund: Anfallende Nebenkosten, die Einplanung eines finanziellen Puffers. Kosten, die potenzielle Kreditnehmer häufig vergessen.

Unsere Finanzexperten helfen Ihnen dabei, dass Sie nichts vergessen und Ihnen nachträglich keine finanzielle Mehrbelastung droht. Ein Profi kalkuliert mit Ihnen, welcher Kaufpreis in Ihr Budget passt, wie viel Kredit Sie erhalten und er erstellt mit Ihnen einen Finanzierungsplan.

Sie interessieren sich für eine solche Beratung? Dann kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch.

Sie erreichen uns via Telefon (01 53419-90), via E-Mail (website@finum.at) und via Kontaktformular (klicken Sie hier!).

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