Nachhaltigkeit und Ertrag sind kein Widerspruch

Stefan WeinbergerBy Stefan Weinberger 6 Monaten ago

Ich war schon immer der Meinung, dass man seine Geldanlagen nicht aus Gründen des Ertrags nachhaltiger gestalten sollte. Ich finde, man hat als Kapitaleigner und Investor einfach eine gewisse Verantwortung, mit seinem Geld sorgsam umzugehen. Ich möchte mit meinem Kapital keine Vorgänge in der Wirtschaft unterstützen, die ich privat oder als Konsument nicht haben will – ganz simpel und plakativ als Beispiel: ausbeuterische Kinderarbeit. Egal ob diese in meinem Frühstückskaffee, in meiner Kleidung oder in meiner Geldanlage steckt, ich will das nicht!

Andererseits ist es natürlich nachvollziehbar, dass viele Menschen ihr knappes Gut Geld ökonomisch sinnvoll einsetzen wollen, um ihre Ziele – als Beispiel die Altersvorsorge – zu erreichen. Aus dieser Ecke resultiert ein lang gehegtes Vorurteil gegenüber nachhaltigen Investments, sie seien eben nicht so ertragsreich wie „böse“ Investments. Aber hier kann ich meine Leser beruhigen, das ist nach neuesten Studien nicht der Fall, wenn man es richtig angeht.

Die Studien

Metastudie Universität Hamburg

Schon eine Metastudien der Universität Hamburg (Friede/Busch/Bassen (2015))*, die Daten von 1.600 Primärstudien auswertete, kam zu einem recht klaren Ergebnis. Nur in 10% der Fälle schnitten nachhaltige Geldanlagen schlechter ab, in 90% gleich oder besser, wobei der Anteil der ertragreicheren Portfolios mit über 72% sehr hoch war. Die Verlustwahrscheinlich ist gleichzeitig niedriger als bei nicht nachhaltigen Anlagen.

*90% der Portfolios schnitten gleich gut oder besser ab.

*Anteil der ertragreicheren Portfolios liegt bei über 72%

Studie der Security KAG

Fast noch druckfrisch ist eine Studie der Security KAG, der Kapitalanlagetochter der Grazer Wechselseitigen und mit 18% Marktanteil Marktführer in Österreich im Bereich nachhaltiger Fonds. Hier wurde auch sehr detailliert untersucht, woher die Beiträge zur Performance kommen und das Ergebnis ist erstaunlich. Eine reine Konzentration auf einzelne Themen wie Ökologie oder soziale Themen führte zu einem teilweise deutlichen Minderertrag von 2008 bis 2018. Wenn man aber einen integrierten Nachhaltigkeitsansatz über alle Aspekte und mit Ausschluss gewisser Branchen wählte, drehte das Gesamtergebnis leicht ins Positive.

Ein nachhaltiges Portfolio zahlt sich aus

Mit hoher Wahrscheinlichkeit bringt ein nachhaltiges Portfolio den gleichen oder sogar besseren Ertrag als eine konventionelle Anlage. Entscheidend ist aber, wie man das Portfolio genau zusammensetzt, und zwar nach Anlageklassen und nach Nachhaltigkeitskriterien. Bei allem Respekt vor den Fähigkeiten und Möglichkeiten von Privatanlegern – das bedingt gleichermaßen viel Know-How, wie einen hohen Zeiteinsatz. Lassen Sie lieber Profis ran, das freut ihr Depot und die Umwelt.

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 Stefan Weinberger

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Ich bin seit 2005 als selbständiger Finanzberater tätig und werde oft mit der Frage konfrontiert, wie Nachhaltigkeit und Finanzen denn zusammen passen können. Geld arbeitet nicht – andere Menschen arbeiten mit ihrem Geld. Deswegen ist es entscheidend, wer mit ihrem Geld arbeitet und vor allem wie er damit arbeitet. Je mehr von Ihnen nun ihr Geld mit dem Auftrag investieren, dass beim Arbeiten damit ethische und ökologische Vorgaben einzuhalten sind, desto mehr Menschen können in einer intakten Umwelt ein würdiges Leben leben. Nur wenn wir in unserem Umgang mit unseren Ressourcen etwas ändern können wir unseren Kindern und Enkelkindern eine Welt hinterlassen, in der sie – wie wir – eine faire Chance haben, glücklich zu sein. Privat bin ich verheiratet und meine Begeisterung gilt meiner Familie, Griechenland, dem Segeln und einem Grazer Fußballklub. Besuchen Sie mich auch auf www.greenmoneyblog.at

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