Kommt nach der Corona-Krise ein Inflationsschock?

Michael ScherlingBy Michael Scherling 4 Monaten ago

Nicht nur die Zentralbanken schaffen ständig neues Geld, sondern auch die Regierungen nehmen Schulden in einem seit dem 2.Weltkrieg nicht mehr gekannten Ausmaß auf.

Wenn nun immer mehr Geld vorhanden ist und die Menge an Güter und Dienstleistungen gleich bleibt, dann muss das nicht nur nach dem Hausverstand, sondern auch nach gängigen ökonomischen Theorien zu Inflation führen.

Das Zentralbank-Geld bleibt allerdings teilweise im Bankensektor stecken und wird nicht zur Gänze als Kredite an die Wirtschaft weitergegeben.

Die staatlichen Ausgaben ersetzen nur die normalen Einnahmen, lösen also aktuell auch (noch) keine Inflation aus.

Beides kann sich aber schnell ändern, wenn die Pandemie überstanden ist.
Tatsächlich ist das Inflationsrisiko höher als in den letzten Jahren.

Grund also, sich vor Hyperinflation zu fürchten?

Dauerhafte Inflation ist nur möglich, wenn die Löhne und Preise stark steigen. Können Sie sich in Ländern wie Österreich oder Finnland nach Corona kräftig ansteigende Löhne vorstellen? Ich nicht.

Und die Produktpreise anzuheben, ist für Firmen schon seit viele Jahren schwierig, weil die weltweite Konkurrenz zu stark ist und Konsumenten bei anderen Anbietern einkaufen können (z.B. online).

Güterpreise steigen schon lange nicht mehr – die Inflation ist nur durch steigende Dienstleistungspreise begründet.
Die alleine reichen aber nicht, um zweistellige Inflationsraten vorherzusagen.

Wir wissen auch aus Japan, das die älteste und am stärksten schrumpfende Bevölkerung der Welt hat, dass diese demografischen Faktoren die Inflation bremsen. Seit über 20 Jahren liegt sie in Japan nahe Null.

Fazit: heuer wird es keine relevante Inflation geben. Für 2022 sind Vorhersagen unmöglich.
Plus 3% sind genauso möglich wie -1%.

Danach schaut es durch die erwähnten inflationsbremsenden Effekte nach rund 2% Inflation jährlich aus. Fürchten Sie sich also nicht vor Hyperinflation, sie ist eine Erfindung von Verschwörungstheoretikern.

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Schon beim Lesen meines ersten Ökonomie-Buchs vor über 30 Jahren war mir klar, dass ich Volkswirtschaft studieren würde. Diese Wahl hat sich für meinen Beruf als perfekt herausgestellt: Speziell während und auch nach Finanzkrisen ist es enorm wichtig, die Zusammenhänge zu verstehen, um richtige Empfehlungen geben zu können. Das Wissen über Immobilienmärkte, Zinsen, Inflation, Währungen, Krisen etc. hilft mir in der täglichen Beratung meiner Kunden sehr.