Wer den Wunsch hat sich ein Eigenheim zu kaufen, wird schnell mit der alles entscheidenden Frage konfrontiert: “Wie viel Eigenheim kann ich mir überhaupt leisten?”

Eines steht ziemlich sicher fest: Ohne Kredit können Sie die kompletten Kosten nicht stemmen.

Bei der Suche nach der passenden Finanzierung stolpern Sie über den Begriff des Eigenkapitals und lesen immer wieder „Je mehr Eigenkapital, desto besser.“ Aber warum? Geht es auch mit weniger?

Auch der Begriff des Eigenkapitals verwirrt viele. Was zählt dazu? Alles, was einen Wert hat und in Ihrem Besitz ist? Zählt Ihr Auto in der Garage auch zum Eigenkapital? Schließlich hat es einen Wert…

Fragen rund um das Thema Eigenkapital bekommen unsere Finanzberater von FiNUM täglich. Daher haben wir für Sie einen Blogbeitrag verfasst, um folgende Fragen zu klären:

  • Was ist Eigenkapital und wie viel brauchen Sie, um ein Haus oder Wohnung zu kaufen?
  • Welche Vermögenswerte zählen zum Eigenkapital und welche nicht?

 

Eigenkapital: Wie viel brauchen Sie und wie beeinflusst es Ihren Kredit?

Eigenkapital bezeichnet jenes Vermögen, das Sie als Käufer bei der Immobilienfinanzierung selbst aufbringen. Wie es Ihre Kredithöhe beeinflusst, sehen wir an der einfachen Formel der Kreditberechnung:

Kaufpreis + Kaufnebenkosten – Eigenkapital = Kredithöhe

Daher gilt, je mehr Eigenmittel Sie aufbringen, desto weniger Kredit müssen Sie bei der Bank in Anspruch nehmen. Je geringer Ihr Eigenkapitalanteil, desto schlechter die Konditionen bei der Bank.

Warum Ihnen ein hohes Eigenkapital bessere Konditionen bei der Bank verschafft? Aus 2 einfachen Gründe:

Grund #1: Die Bank hat ein geringeres Risiko.
Haben Sie hingegen wenig Eigenkapital, ist das Gefahr, dass Sie irgendwann Ihre Raten nicht mehr zahlen können, höher. Wie die Bank auf ein dieses Risiko reagiert? Höhere Zinsen, um sich für etwaige Ratenausfälle abzusichern!

Grund #2: Je mehr Vermögenswerte Sie besitzen, desto mehr Sicherheiten hat die Bank. Selbst wenn Sie nicht mehr in der Lage sind Ihren Kredit zurückzuzahlen, kann die Bank Ihre Vermögenswerte nehmen, um die Forderungen zu begleichen.

Tipp vom Experten: Wenn finanziell möglich, verwenden Sie nicht Ihr gesamtes Eigenkapital für den Kredit. Behalten Sie sich einen Teil für nicht vorhersehbare Ausgaben und investieren Sie einen Teil Ihres Geldes, anstatt es auf Ihr Sparbuch zu legen.
Wir empfehlen zwischen 20% und 25% der Gesamtkosten durch eigenes Kapital abzudecken.

Aber Achtung: Mit Sommer 2022 werden Mindeststandards für die Vergabe von Krediten eingeführt. Eine Finanzierung mit wenig Eigenmitteln wird dann praktisch nicht mehr möglich sein.

Welche Änderungen das sind, lesen Sie hier: Haus kaufen ohne Eigenkapital: Ist das möglich?

Eigenkapital beim Kredit: Welche Vermögenswerte zählen dazu?

Zum Eigenkapital zählen:

  • Ersparnisse:  Wenn Sie einen Kredit in Anspruch nehmen möchten und über eine hohe Summe an Bargeld verfügen, sollten Sie diese frühzeitig auf ein Sparbuch/Sparkonto legen.
    Die Problematik bei Bargeld und Kredit:

    • Gegenüber der Bank gilt es nachzuweisen, dass man den Betrag auch tatsächlich besitzt.
    • Zahlen Sie an einem Tag mehr als 10.000€ auf Ihr Bankkonto ein, wird die Bank prüfen, woher Sie plötzlich so viel Geld haben (sog. Herkunftsnachweis um Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung vorzubeugen). Aus Erfahrung wissen wir, dass dieser Nachweis in der Regel sehr aufwendig ist und Ihnen viel Zeit kostet!
  • Depots (z.B.: durch Verkauf von Fonds oder Aktien)
  • Gold (in Form von Münzen und Barren)
  •  Abtretung einer Lebensversicherung an die Bank

Welche Vermögenswerte sind kein Eigenkapital?

  • Der rote Ford Mustang Baujahr 1964
  • Die Sammlung bestehend aus 500 Briefmarken
  • die Gemälde von Oskar Kokoschka

Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wir möchten keineswegs abstreiten, dass es sich hierbei um Gegenstände handelt, die sowohl einen materiellen als auch ideellen Wert für ihren Besitzer haben. Als Eigenmittel beim Kredit werden Sie aber nicht akzeptiert. Erst wenn Sie Vermögenswerte, wie Autos oder Antiquitäten, “versilbern”, sprich zu Geld machen, können Sie als Eigenkapital für den Kredit eingesetzt werden.

Ein Grundstück oder eine Immobilie kann als Eigenkapital-Ersatz dienen. Die Bank sieht es als Sicherheit. Die Voraussetzung hierfür ist aber, dass das Grundstück nicht mit einer Grundschuld belastet sein darf. Das bedeutet: Ist es nicht zur Gänze abbezahlt oder haben Sie es bereits für einen anderen Kredit als Sicherheit hinterlegt, wird es die Bank als Eigenmittel ablehnen.

Ein weiteres Problem bei Grundstücken: Wenn Sie nicht alleiniger Eigentümer sind, sondern im Grundbuch ein weiterer Eigentümer vermerkt ist. Dann können Sie die Liegenschaft nicht einfach als Sicherheit für Ihren Kredit nehmen. Es benötigt vorher die schriftliche Zustimmung des Miteigentümers!

Fazit: Vermögen ist nicht gleich Eigenkapital!

Vor der Kreditaufnahme ist es wichtig, dass Sie sich intensiv mit Ihren Vermögenswerten auseinandersetzen und prüfen, was als Eigenkapital von der Bank akzeptiert wird und was nicht
Tun Sie das nicht, droht Ihnen bei Kreditverhandlungen die ernüchternde Realität: Weniger Eigenmittel = höheres Fremdkapital = höhere Kreditraten und schlechtere Konditionen bei der Bank.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie diese Berechnung aufstellen und wieviel Eigenkapital Sie am besten einsetzen, nehmen Sie Hilfe eines Finanzberaters in Anspruch. Er wird Ihre momentane Finanzsituation analysieren und mit Ihnen besprechen, wie es momentan um Ihr Eigenkapital steht. Ein weiteres Plus: Sind Sie erst am Anfang Ihrer Finanzierungsplanung, berät er Sie wie Sie bis zum Haus – oder Wohnungskauf möglichst viel Eigenkapital aufbauen können.

Das hört sich gut an? Dann vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer Top-Berater.

Sie erreichen uns via Telefon (01 53419-90), via E-Mail (website@finum.at) und via Kontaktformular (klicken Sie hier!).

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